Portrait

  • Der Vorstand der Hülfsgesellschaft Schaffhausen engagiert sich rein ehrenamtlich. Deshalb kommt der Erfolg der Hilfsorganisation vollumfänglich den Schaffhauser Bedürftigen zugute.

    Der Vorstand der Hülfsgesellschaft Schaffhausen engagiert sich rein ehrenamtlich. Deshalb kommt der Erfolg der Hilfsorganisation vollumfänglich den Schaffhauser Bedürftigen zugute.

Die Hilfsorganisation von Schaffhausern für Schaffhauser

Die Hülfsgesellschaft Schaffhausen wurde 1816 gegründet, als Folge der Hungersnot in der Schweiz. In den Anfangsjahren verteilte die Hilfsorganisation Lebensmittel, Brennholz und Medikamente an die notleidende Bevölkerung. Heute leisten wir via Behörden, Ämter und Beratungsstellen finanzielle Hilfe. Jährlich sprechen wir Unterstützungen in der Höhe von ca. 250 000 Franken und zaubern so hunderten Schaffhausern ein Lächeln ins Gesicht.

Historie

200 Jahre Hülfsgesellschaft Schaffhausen: Von der Suppen- zur Gassenküche

96 112 Portionen Suppe wurden in Schaffhausen ab November 1816 innert zehn Monaten ausgeteilt. Es war die erste Aktion der neu gegründeten Hülfsgesellschaft.

Von Adrian Knoepfli

«Für die im Jahr 1816 gestiftete Hülfsgesellschaft ist die Zeit des Aufschwunges und der Blüthe zwar längst vorüber, doch bleibt immerhin als tröstliche und ehrenvolle Thatsache anzuerkennen, dass sie mitten in dem Auftauchen so mancher neuer Schöpfungen bisanhin im Stande gewesen ist, ihrer Bestimmung und den übernommenen Verbindlichkeiten Genüge zu leisten.» 

Dies liest man im Jahresbericht 1847–1850. Nun, die Hülfsgesellschaft hat immerhin 165 weitere Jahre überstanden, und es geht ihr blendend.

Gut siebzig Jahre später demonstrierte die Hülfsgesellschaft Selbstbewusstsein: «Wenn die Politik aller Grossstaaten so ruhig verliefe wie die Tätigkeit unserer Gesellschaft und alle Staatsrechnungen so glatt abschliessen würden, so dürfte manches besser sein in dieser Welt», schrieb Pfarrer August Häberlin 1921. Es war die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als viele Staaten mit zerrütteten Finanzen am Boden lagen.

Kriege und ein Vulkanausbruch
Mit den Geschehnissen in der weiten Welt war die Hülfsgesellschaft quasi von Anfang an verbunden. Das Elend, das sie lindern wollte, war einerseits durch die Verheerungen der Koalitionskriege gegen Napoleon, andererseits durch einen Vulkan in Indonesien verursacht. Der Ausbruch des Tambora führte 1816 zum «Jahr ohne Sommer» mit anschliessender Hungersnot. Verglichen mit den Heimindustriegebieten der Ostschweiz war Schaffhausen zwar noch gut dran, aber auch hier litten die Leute. Die Hülfsgesellschaft, eine Gründung von Angehörigen der Oberschicht, beschränkte sich nicht auf Notaktionen wie die Abgabe von Suppe und Holz, sondern sie rief sogleich mit viel Elan verschiedene Institutionen ins Leben: Die Ersparniskasse, ein Töchterinstitut, eine Arbeitsanstalt und, etwas später, das Waisenhaus. In der Folge arbeitete die Hülfsgesellschaft unspektakulär, aber stetig, wobei man sich regelmässig über fehlende Mittel und die zu kleine Mitgliederzahl beklagte.

  • Das Töchterinstitut auf der Steig in der Stadt Schaffhausen. Bild: Stadtarchiv Schaffhausen 

  • Die Isolierabteilung des neuen Kinderspitals 1932. Bild: Schweizerische Bauzeitung 102/1933 

968 000 Franken fürs Kinderspital
Weil einzelne Institutionen eingingen oder vom Staat übernommen wurden, war gegen Ende des Jahrhunderts Platz für Neues, und 1893 eröffnete die Hülfsgesellschaft das Kinderspital. Dabei hoffte sie, «dass für die leidenden Kinder stets sich theilnehmende Herzen und willige Hände finden werden». Das war der Fall. Bis zur Schliessung 1975 wurden im Kinderspital, das von der öffentlichen Hand mitgetragen wurde, in 82 Jahren mehr als 30 000 Kinder mit rund 957 000 Pflegetagen betreut. Die Hülfsgesellschaft leistete insgesamt 968 000 Franken an den Betriebsaufwand, die Beiträge an den Neubau auf dem Ungarbühl 1932 nicht eingerechnet.

Mit dem Wegfall des Kinderspitals musste sich die Hülfsgesellschaft nach neuen Tätigkeitsfeldern umsehen. Ihr hauptsächlich unterstütztes Projekt wurde im Jahr 2000 schliesslich die Gassenküche, und damit schloss sich der Kreis zu ihren Anfängen, als sie Suppe verteilte. Daneben profitieren eine lange Reihe von Institutionen und zahlreiche Private von den Leistungen der Hülfsgesellschaft, die es auch nach 200 langen Jahren immer noch dringend braucht.

Statuten

I. Sinn und Zweck

Art. 1

Unter dem Namen «Hülfsgesellschaft in Schaffhausen» besteht mit Sitz in Schaffhausen ein Verein im Sinne von Art. 60ff. ZGB.

Art. 2

Zweck des Vereins Ist die Förderung und Unterstützung Gemeinnütziger Tätigkeiten in der Region Schaffhausen.

Im Sinne dieser Zielsetzung unterstützt der Verein gemeinnützige Institutionen und Hilfsbedürftige. Er kann eigene gemeinnützige Werke gründen und führen.

II. Mittel

Art. 3

Die finanziellen Mittel des Vereins bestehen aus dem Vermögen und seinen Erträgen, den Jahresbeiträgen der Mitglieder, den Zuwendungen der Ersparniskasse Schaffhausen und anderen Spenden.

Ausscheidende Mitglieder haben keinen Anspruch auf das Vereinsvermögen.

III. Mitgliedschaft

Art. 4

Mitglieder des Vereins können natürliche und juristische Personen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts werden. Über die Aufnahme neuer Mitglieder entscheidet der Vorstand.

Art. 5

Der Austritt aus dem Verein erfolgt durch schriftliche Erklärung an den Vorstand. Er ist jederzeit möglich und sofort wirksam.

Der Austritt befreit nicht von der Verpflichtung zur Bezahlung des Jahresbeitrags für das laufende Rechnungsjahr.

Art.6

Die persönliche Haftbarkeit der Mitglieder Ist ausgeschlossen. Für die Verbindlichkeiten des Vereins haftet ausschliesslich das Vereinsvermögen.

IV. Organe

Art.7

Die Organe des Vereins sind:

  • a) die Generalversammlung
  • b) der Vorstand
  • c) die Rechnungsrevisoren

 

a) Generalversammlung
 

Art. 8

Die ordentliche Generalversammlung wird einmal jährlich jeweils im Herbst einberufen. Die Einberufung erfolgt unter Angabe der Traktanden mindestens 2OTage vor dem Versammlungstag durch schriftliche Einladung an die Mitglieder.

Ausserordentliche Generalversammlungen werden einberufen durch Beschluss des Vorstandes oder wenn ein Fünftel der Mitglieder dies begehrt

Art. 9

Den Vorsitz in der Generalversammlung führt der Präsident oder, wenn dieser verhindert ist, der Vizepräsident. Über die Verhandlungen Ist ein Protokoll zu führen.

Art. 10

Der Generalversammlung stehen folgende Befugnisse zu: 

  • a) Wahl des Vorstandes und der Rechnungsrevisoren sowie eines Ersatzrevisors
  • b) Genehmigung des Jahresberichtes und der Jahresrechnung
  • c) Festsetzung der Mitgliederbeiträge
  • d) Genehmigung des Budgets
  • e) Beschlussfassung über die grundlegende Änderung bestehender und die Gründung neuer gemeinnütziger Werke
  • f) Beschlussfassung über einmalige Investitionen oder Unterstützungsbeiträge, die den Betrag von Fr. 100‘000 übersteigen
  • g) Änderung der Statuten
  • h) Auflösung des Vereins
Art. 11

Die Generalversammlung ist beschlussfähig ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder. Jedes Mitglied hat eine Stimme.

Die Generalversammlung fasst ihre Beschlüsse und vollzieht ihre Wahlen mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder, soweit die Statuten keine abweichenden Bestimmungen enthalten.

Bei Stimmengleichheit entscheidet bei Beschlüssen der Vorsitzende, bei Wahlen das Los.

 

b) Vorstand

 

Art. 12

Der Vorstand besteht aus mindestens fünf von der Generalversammlung für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählten Vereinsmitgliedern.

Scheidet ein Vorstandsmitglied vorzeitig aus, tritt der Nachfolger in die Amtsdauer seines Vorgängers ein.

Art. 13

Der Präsident wird von der Generalversammlung gewählt. Im Übrigen konstituiert sich der Vorstand selber.

Die rechtsverbindliche Unterschrift für den Verein führen der Präsident oder Vizepräsident zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied. Für den Kassen-, Postscheck- und Bankverkehr zeichnet der Kassier im Rahmen des üblichen Geschäftsverkehrs einzeln.

Art.  14

Der Vorstand führt die Angelegenheiten des Vereins, vertritt ihn nach aussen und erledigt alle Geschäfte, soweit sie nicht der Generalversammlung zugewiesen sind.

Der Vorstand kann besondere Aufgaben temporären oder ständigen Ausschüssen übertragen, deren Mitglieder nicht zwingend dem Vorstand angehören müssen.

Über die Sitzungen des Vorstandes ist ein Protokoll zu führen.

Art. 15

Zur Beschlussfassung im Vorstand ist die Anwesenheit der Mehrheit der Vorstandsmitglieder erforderlich.

Beschlüsse des Vorstandes erfolgen mit dem einfachen Mehr der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit entscheidet der Vorsitzende.

 

c) Rechnungsrevisoren

 

Art. 16

Die Generalversammlung wählt auf die Dauer von vier Jahren zwei Rechnungsrevisoren und einen Ersatzrevisor, die nicht Mitglieder des Vereins sein müssen, oder eine externe Kontrollstelle.

Die Rechnungsrevisoren oder die externe Kontrollstelle prüfen die Jahresrechnung und erstatten der Generalversammlung Bericht und Antrag.

V. Rechnungsjahr

Art. 17

Das Rechnungsjahr des Vereins beginnt am 1. Juli und endet am 30. Juni des folgenden Jahres.

VI. Verschiedenes

Art. 18

Die Änderung oder Ergänzung der Statuten erfolgt durch die Generalversammlung. Sie setzt eine zustimmende Mehrheit der anwesenden Mitglieder voraus.

Art. 19

Die Auflösung des Vereins kann durch die Generalversammlung erfolgen:

  • a) wenn an seiner Stelle eine andere juristische Person (z.B. Stiftung) errichtet wird, die den in Art. 2 dieser Statutengenannten Zweck zu erfüllen hat;
  • b) wenn der Vereinszweck nicht mehr erfüllt werden kann.

Sie setzt eine zustimmende Mehrheit von drei Viertein deranwesenden Mitglieder voraus.

Im Falle der Auflösung des Vereins Ist das nach durchgeführter Liquidation verbleibende Vereinsvermögen zu gemeinnützigen Zwecken zu verwenden. Der Vorstand ist mit dem Vollzugbeauftragt.

VII. Schlussbestimmung

Art. 20

Diese Statuten wurden an der Generalversammlung vom 19. November 1999 genehmigt und treten sofort in Kraft.

Sie ersetzen die Statuten vom 22. November 1983.

HÜLFSGESELLSCHAFT IN SCHAFFHAUSEN

Der Präsident: Hans Peter Rohr 
Die Aktuarin: Brigitte Steinacher

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Jahresbericht

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